Unser Schulsystem – Alternativen müssen her!

„Jeder ist ein Genie! Aber wenn Du einen Fisch danach beurteilst, ob er auf einen Baum klettern kann, wird er sein ganzes Leben glauben, dass er dumm ist.“ Albert Einstein

Dieses Zitat trifft es auf den Punkt. Wir kommen als Genie zur Welt, doch die Schule bewertet uns nur nach bestimmten Parametern, die letztlich sehr fiktiv erscheinen. Die Schule ist ein Ort, an welchem man lernen sollte. So weit so gut – doch was lernt man? Und die Frage ist: Bringt uns dieses Wissen auf unserem Lebensweg voran oder hemmt es uns bei unserem wahren Lebensweg? Welche Auswirkung hat es auf uns und wie könnte man es zum Positiven verändern?

Der Ursprung unseres Schulsystems

Der Ursprung unseres Schulsystems geht auf die Preußen zurück. Das war im Jahre 1700. Seitdem wurde, zumindest in unserem Land, nichts oder kaum etwas daran verändert. Und das in unserer heutigen schnelllebigen, fortschrittlichen Welt, wobei jedes Jahr ein neues iPhone rauskommt. Was stimmt hier nicht?!

Sehen wir uns das System Schule genauer an, wird klar: Es beginnt sehr früh, meist im Alter von 5-6 Jahren. In der Phase, die für unser späteres Leben besonders ausschlaggebend ist. Wir lernen, wie wir uns, unsere Mitmenschen und unser Umfeld wahrnehmen. Doch ist die Schule hierbei wirklich förderlich?

Dies bezweifle ich, vorsichtig ausgedrückt. Sehen wir uns das System einmal ganz rational an, wird einiges klar.

Das 0815 Schulsystem

In der Schule lernen wir erst einmal nur das was im Lehrplan steht – der wahrscheinlich auch sehr veraltet ist. Weiter.

Wir lernen direkt in der 1. Klasse, spätestens jedoch in der 5. Klasse, dass wir eine Autoritätsperson haben. Diese Autoritätsperson, der Lehrer, entscheidet darüber was richtig oder falsch ist, was gewusst und nicht gewusst werden muss, wer sprechen darf und wer nicht. Auch wenn ein Thema noch so sinnvoll und interessant sein kann, oft ist nicht genug Zeit um Themen und mögliches Interesse von Schülern zu verwirklichen. Ein straffer Lehrplan, vollgestopft mit vielen verschiedenen Richtungen, die abgedeckt werden müssen – seien sie auch noch so unwichtig. Dieses Übergangenwerden und die Gewöhnung an die Autorität, also, dass wir nur kleine Schafe in einer Herde sind und der Hirte uns sagt, wo es lang geht, wie lange unser Weg dauert und was wir genau zu tun haben, was wir glauben sollen und was nicht, soll uns perfekt in die spätere Welt und unser Leben eingliedern. Kritische Menschen, die hinterfragen, über sich selbst nachdenken und in sich wurzeln, sind nicht erwünscht in dieser Gesellschaft. Zumindest möchte man alles daran setzen, die Entwicklung dorthin, falls sie stattfindet, längstmöglich zu unterbinden. Weiter.

Auch die Benotung ist bewusst gewählt. Ein Konkurrenzkampf wird dadurch erschaffen. Auch die eigene Leistung wäre wohl von jedem Lehrer anders bewertet worden. Und wer nimmt sich überhaupt heraus andere zu bewerten?! Ich denke, dass jeder Einzelne von uns auf seinem Weg erfolgreich ist. Eben nicht gemessen an zweifelhaft auferlegten Strukturen, die uns Wissen aufzwingen möchten. Wenn doch jeder genau wüsste, was seine innere Aufgabe ist, so würden wir uns perfekt ergänzen. Wir wären eine eingespielte Einheit, mit der Wurzel in unserem Selbst.

Schule – ein wertvoller Ort

Doch dies wird uns alles erschwert. Es ist natürlich nicht so, dass die Schule durchweg etwas Negatives ist. Auf gar keinen Fall. Ich sehe sie sogar als etwas sehr wertvolles und notwendiges an. Ich finde nur der Sinn und die Ausführung sind nicht die nützlichsten für uns. Würde man das Konzept etwas verändern, so wäre unser Bildungssystem wirklich weiterbildend und hilfreich für unsere Vorbereitung auf das zukünftige Leben. Es ist wichtig auf Individuen einzugehen und ihnen mehr Entscheidungswahl zu lassen. Lernen als etwas Positives anzusehen ist dabei das A und O. Es ist die wichtigste Kunst des Lehrers, die Freude am Schaffen und am Erkennen zu wecken. Es soll die natürliche Neugierde und Freude an Neuem unterstreichen und Kindern Spaß machen.

Die Gefühle gegenüber der Schule

Anfangs freut sich wahrscheinlich jedes Kind auf die Schule, auf ein neues Ereignis mit Gleichaltrigen. Doch diese Freude verfliegt bald. Wenn man mittlerweile Schüler fragt, wie der Schultag war und was sie gemacht haben, was sie für sich persönlich gelernt und mitgenommen haben, kommt meist die ernüchternde Antwort: Na wie immer, viel gelernt, doch kaum etwas ist hängen geblieben.

Wen wunderts? Bei dieser zusammengewürfelten Fächerwahl, die ein Schultag füllen und die abstrakte Vorstellung von Wissen. Wie soll sich einer, dies alles merken können, um es dann zum gefragten Zeitpunkt widerzugeben? Die Theorie ist Gang und Gäbe. Doch ist nicht auch die Praxis mindestens genauso wichtig um Vorgänge und Abläufe zu verstehen und anzunehmen? Spielerisches Lernen und praktische Umsetzung sind Pflicht um Gelerntes anzuwenden und zu integrieren.

Oft denke ich zurück und frage mich, was ich denn Sinnvolleres mit meiner Zeit hätte anfangen können, in der ich die Schulbank drückte. Ich hätte gerne Dinge gelernt, die mich auf mein Leben vorbereiten, die mir Werkzeuge an die Hand geben um mein Leben vollkommen auszuschöpfen und verstehen zu können. Und nicht nur mein persönliches Leben, auch das, der Natur, der Tiere und von Gesellschaften. Eben genau dies, worauf es in unserem Leben EIGENTLICH ankommt.

An die meisten Dinge, die wir in der Schule lernen mussten(!),kann ich mich sowieso nicht mehr erinnern, weil sie einfach nicht greifbar, nicht essentiell sind. Alles was wir zum Leben brauchen, wie wir zum Beispiel mit Scheitern umgehen, wie wir zu unseren Gefühlen stehen, was gut für uns ist und wie wir unseren wahren Kern erkennen, habe ich außerhalb der Schule, durch Erfahrungen gelernt. Schade eigentlich, dabei wäre doch die Schule ein perfekter Ort dafür, genau das zu lernen, um sich vorbereiten zu können.

Unser Leben besteht aus ewigem Lernen, und so sollte die Schule doch ein Ort sein, an dem dies besonders intensiviert wird. Doch letztlich ist bewiesen, dass wir nur das Lernen und behalten, was uns beeindruckt, was uns interessiert und was sinnhaft ist. Das, was wir gerne tun, machen wir besonders gut. Es ist immer eine Frage des Antriebs und der Vermittlung von Wissen.

Die Schule verfehlt so ihre wichtigste Aufgabe. Sie ist, so wie wir sie heute kennen Energieverschwendung. Sie soll Kinder eigentlich motivieren und neugierig halten, doch bewirkt sie leider das Gegenteil.

Hoffnungsvolle Alternativen

Doch Ausnahmen bestätigen die Regel. Natürlich finden wir heute glücklicherweise auch alternative Schulsysteme. Systeme die mehr auf uns als Mensch eingehen, die verstanden haben, wie man Kindern Wissen vermittelt und sie auf dem Lebensweg stützt.

So gibt es Grundschulen in England die Meditation fest in den Alltag integriert haben, um Kindern das Einssein mit sich selbst zu vermitteln. Die Meditation eint sie und lässt sie ruhig werden. Außerdem lernen sie bereits die Prozesse kennen, die bei einer Meditation zum Beispiel in unserem Gehirn ablaufen.

Auch Finnland und die skandinavischen Länder sind Vorreiter wenn es um neuintegrierte Lerninhalte geht. Hier sind Autoritätspersonen nicht als solche vorhanden, Lehrer und Schüler sind auf gleicher Ebene gestellt. Außerdem wird hier auch viel Handwerkliches und Kreatives umgesetzt.

Es geht doch letztlich darum, Kindern essentielles Wissen zu vermitteln. Wichtig dabei ist, auf jedes Kind einzeln einzugehen, und auf die verschiedenen Bedürfnisse und Interessen Rücksicht zu nehmen, ihr Wachstum zu fördern. Wenn dies erreicht ist, wird sich auch unsere Gesellschaft von Grund auf ändern. Veränderung ist der Ruf der Freiheit.

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